Apr
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Die gegenwärtige Verbreitung einer Publizistik, die weder konform noch bloß nonkorm zu den herrschenden Verhältnissen steht, bringt es mit sich, dass auch Resultate not-wendiger Denkarbeit oft eher versteckt als veröffentlicht sind, selbst wenn es sich um nichtsektiererische Publikationsorgane handelt. Dieses Blatt möchte aufmerksam machen auf die Netzseite www.meinhard-creydt.de. Sie enthält ein kohärentes Angebot von in [...]

Die gegenwärtige Verbreitung einer Publizistik, die weder konform noch bloß nonkorm zu den herrschenden Verhältnissen steht, bringt es mit sich, dass auch Resultate not-wendiger Denkarbeit oft eher versteckt als veröffentlicht sind, selbst wenn es sich um nichtsektiererische Publikationsorgane handelt. Dieses Blatt möchte aufmerksam machen auf die Netzseite www.meinhard-creydt.de. Sie enthält ein kohärentes Angebot von in Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern bereits veröffentlichten Artikeln mit:

 

1) Antworten auf die Frage, wie eine nachkapitalistische Zukunft aussehen kann, soll und muss

2) Analyse und Kritik link(sliberal)er Ideale & Fetische 

3) Analyse und Kritik zentraler Knotenpunkte der herrschenden Sozialwissenschaft

4) Analyse zentraler Strukturen der gegenwärtigen Gesellschaft

5) Analyse und Kritik zentraler Momente von Lebensweise und Kultur

6) Politische Perspektiven

 

„Kritik“ heißt, die dominanten Strukturen von Ökonomie, Politik, Lebensweise und Kultur ineins zu analysieren und zu unterscheiden von Sachzwangideologien, verfremdenden Umetikettierungen und idealisierenden Schönrednereien.

„Perspektive“ bezieht sich auf die Suche nach nachkapitalistischen Möglichkeiten von Gesellschaftsstruktur und Lebensweise, die den Schein auflösen, es gäbe nur Alternativen i n und nicht z u den herrschenden Paradigmen.

Perspektive ohne Kritik, das ist das Angebot von Sinn via anderer Interpretation des Bestehenden.

Kritik ohne Perspektive ist entweder Manöverkritik oder das Gegeneinanderausspielen von Ideal und Realität. Die radikale Kritik der Gesellschaft ohne das Wissen um Kräfte und Keimformen von deren Überwindung führt zur Abwehr der Kritik. Und kritische Kritiker  ohne gesellschaftliche Perspektive frönen einer zwar negativen, aber selbstgenügsamen Einrichtung just in jener kritisierten Gesellschaft, die ihnen im Paralleluniversum ihrer  Gemeinde Anlass und Raum gibt für dann: unendlichen Kommentar.

 

1) ANTWORTEN AUF DIE FRAGE, WIE EINE NACHKAPITALISTISCHE ZUKUNFT AUSSEHEN KANN,  SOLL  UND MUSS

— in Bezug auf die ARBEIT

Die Befreiung der Arbeit. Realutopie gute Arbeit (aus: Utopie kreativ 7/8 06)

— in Bezug auf die Überwindung der GLOBALISIERUNG

Die Überwindung des Weltmarkts
     (In: Bruchlinien Nr. 17, 5. Jg., Wien 2006)

— in Bezug auf die ÜBERWINDUNG DES allerorts als unersetzlich anerkannten MARKTES:  
    
 Partizipatorische Planung und Sozialisierung des Marktes. Aktuelle Modelle in der angelsächsischen Diskussion.
     (In: Widerspruch (Zürich), Bd. 40, 2001. Andere Varianten in: Marxistische Blätter 3/2001, Volksstimme Nr. 45/2000 (Wien), Berliner Debatte Initial Nr.3/ 2001)

— in Bezug auf DIE INSTITUTIONELLEN STRUKTUREN NACHKAPITALISTISCHER GESELLSCHAFTEN:

Die institutionellen Strukturen nachkapitalistischer Gesellschaften.
    (In: Olaf Reissig u. a. (Hg.): Mit Marx ins 21. Jahrhundert. Hamburg 2003)

Trotz aller mit der modernen kapitalistischen Gesellschaft verbundenen massiven Probleme fehlen überzeugende alternative gesamtgesellschaftliche Strukturkonzepte. Kritik formuliert sich aus faktischer Schwäche und taktischem Kalkül oft nach den Maßstäben der bestehenden Gesellschaftsform. Ihrer besseren Erfüllung und der Überbietung von Konkurrenten dabei gilt dann die Aufmerksamkeit. Not-wendig ist es demgegenüber, dem pragmatischen Zirkel zu entkommen, in dem »Probleme« nach Maßgabe von „Lösungen“ formuliert werden und sich das Bestehende dergestalt pseudonym in Frage und Antwort verdoppelt. Auch wenn eine nachkapitalistische Gesellschaft gegenwärtig als unwahrscheinlich erscheint, kann dies für Gesellschaftstheorie nicht heißen, dass die paradigmatische Differenz zur bestehenden Gesellschaftsform selbst bereits als naiv oder regressiv gelten muss.

— in Bezug auf die Überwindung massiver mit der kapitalistischen Produktionsweise verknüpfter Ursachen von VERSCHWENDUNG

Sparzwang und Verschwendung.

    (In: Sozialistische Zeitung 1/2004, Jg. 19)

 

— in Bezug auf GEMEINEIGENTUM und EINHEGUNG VON HIERARCHIEN

Kibbuz und nachkapitalistische Sozialstrukturen
     (In: Streifzüge Nr. 35, November 2005, Wien; Sozialistische Hefte, Nr. 9, Köln, 2005, Graswurzelrevolution, Nr. 305, 34. Jg., Münster 2006; Contraste Nr. 257, 23. Jg., Heidelberg)

Zu dem Dogma, Alternativen zu Konkurrenz, Hierarchie und Privateigentum seien unpraktikabel, bildet der israelische Kibbuz ein lehrreiches Gegenbeispiel. Es zeigt: ‚Anders arbeiten – anders leben’ ist möglich. Ein auf Gemeinschaftsbesitz und -leben und auf Gleichheit des realen Pro-Kopf-Einkommens orientiertes Projekt und eine deutlich weniger hierarchisch strukturierte und auf Rotation möglichst vieler Personen auf Leitungspositionen orientierte Organisation führen nicht zu organisatorischem Chaos und nicht zu massiven Einbußen in puncto Produktion und Konsumtion.

 

2) KRITIK LINK(SLIBERAL)ER IDEALE & FETISCHE

PARLAMENTSBETEILIGUNG, REGIERUNGSFÄHIGKEIT U. Ä.

Vgl. Die Parlamentarismusfalle. (In: Sozialistische Zeitung 9/ 2005)   

Vgl. auch Strukturanalysen zum Wandel der grünen Partei:

Von grünen Idealen zur Regierungswirklichkeit (In: Sozialismus 9/99), Das Elend der Realpolitik. In: Weg und Ziel 4/99. Andere Variante auch in: Utopie kreativ 10/99), Realpolitik: Die Maßlosigkeit des kleineren Übels. (In: Kommune 7/99)

REALPOLITISCHER PRAGMATISMUS

Kriegsakzeptanz und Kosovokrieg. Eine Untersuchung der Argumentationsfiguren.
    In: Berliner Debatte Initial 11. Jg., H. 2, 2000 (andere Variante auch in: Volksstimme Nr. 32 /2001)

„MARKTSOZIALISMUS“

Zur Kritik des ‘Marktsozialismus’.  
    (In: Z - Zeitschrift Marxistische Erneuerung, H. 46, 2001)

Thema: a) Schwierigkeiten von Konzepten, die den Markt sozial ‚einbetten’ wollen. b) Wie die von Redakteuren der Zeitschrift ‚Sozialismus’ vertretenen Marktsozialismusvorstellungen diese Schwierigkeiten überwinden, indem sie von ihnen absehen. 

GERECHTIGKEIT

Das Elend der Gerechtigkeit – Gerechtigkeit als normatives Pendant sozialen Elends.
    (in: Streifzüge 34,  2005, Wien) 

Die Gerechtigkeit der Ungleichheit  – Die spalterischen Effekte der Gerechtigkeitsorientierung  – Gerechtigkeit und bürgerliche Gesellschaft – Kritik an „Ungerechtigkeiten“ als Resultat enttäuschter (aber nicht: ent-täuschter) Anhänglichkeit – Das Umschlagen von Gleichheit in Ungleichheit – Die Weltlosigkeit der Idealbeflissenen

DEMOKRATIE

Zur Kritik der Demokratie. 
    (In: Die Aktion H. 202, 21. Jg., Nr. 2/2001 - Nautilus-Verlag Hamburg)

Viele Linke kämpfen für die „wahre“ Demokratie, wollen die Verfassung verwirklichen usw. Dabei lassen sich respektable Argumente (und Autoren) sowohl aus der etablierten Sozialwissenschaft wie aus dem Marxismus dafür anführen, dass die Demokratie die politische Form ist, die zum abstrakten Reichtum die komplementäre Seite bildet und ihren eigenen spezifischen Beitrag zu dessen Reproduktion leistet.

„DEUTSCHER SONDERWEG“

Sonderweg und Abweg. Zur Kritik einer deutschen Vergangenheitsbewältigung.

    (In: Utopie kreativ, H. 127 2001 und in anderer Variante in: Die Aktion, (Nautilus-Verlag, Hamburg), H. 201, 2001  
    
http://www.meinhard-creydt.de/cms/archives/28

Der Artikel kritisiert die für die Analyse des NS weit verbreitete Vorstellung eines deutschen Sonderwegs und zeigt, dass der NS sich ohne Rückgriff auf den vermeintlichen deutschen Sonderweg erklären lässt. Zugleich eine Kritik der ‚Antideutschen’. Der gesellschaftstheoretische Zugang zum NS steht den moralischen Wonnen entgegen, die sich daraus gewinnen lassen, dass allein ein schlechtes Gewissen als gut gilt.

MENSCHENRECHTE

Kriegsakzeptanz und Kosovokrieg. Eine Untersuchung der Argumentationsfiguren.

    (In: Berliner Debatte Initial 11. Jg., H. 2, 2000 (andere Variante auch in: Volksstimme (Wien) Nr. 32 /2001)

 

3) KRITIK ZENTRALER KNOTENPUNKTE DER SOZIALWISSENSCHAFT

„Funktionale Differenzierung“

Die Grenzen des Konstrukts ‚Funktionale Differenzierung’. (In: Kommune 12/96)

Plurale Faktorentheorien

Protestantische Ethik als gesellschaftlicher ‚Weichensteller’? Zur Kritik an M. Webers pluralistischer Interdependenztheorie. (In: Das Argument H. 222 1997)

„Werte“ und „Sozialintegration“

‚Individualisierung’ als Ursache rassistischer Gewalt? Zu Heitmeyers Diagnose des Verfalls von Werten und Sozialintegration (In: Das Argument H. 205 1994)

„Systemtheorie“

Luhmanns System. (In: Kommune H. 1/1998)

Vgl. a. M. Creydt, Theorie gesellschaftlicher Müdigkeit. Frankf. M. 2000, S. 84-110

Adornismus

Glanz und Elend einer kritischen Theorie. (In: Berliner Debatte Initial 2003)

Allgemeiner Text zur Wissenschaftskritik:

Die Wissenschaft, die nicht denkt. (In: Fachschaftsreferat des AstA FU Berlin (Hg.): Reader zum kritischen Hochschultag am 23.5.2001, S. 2 - 11 und 111ff.)

Ein Text, der die Notwendigkeit von Wissenschaftskritik als Schwerpunkt linker Praxis an den Hochschulen begründet, sowie eine nach behandelten Themen und Autoren gegliederte Liste jener Veröffentlichungen aus den letzten 30 Jahren, die als gute Exemplare bereits durchgeführter Wissenschaftskritik gelten können.

Vgl. auch den Artikel: Regeln (nicht nur) der soziologischen Methode. (In: Das Argument H. 222, 1997)

Inhalt: Kritik zentraler passepartouts:  1) Formelle Abstraktion, 2) Analogie und Vergleich,

3) Funktionalismus, 4) Versubjektivierung, 5) Verobjektivierung, 6) Faktoren- und Komponenten-Scheidung und -Kombinatorik

 

4) ANALYSE ZENTRALER STRUKTUREN DER GEGENWÄRTIGEN GESELLSCHAFT

 

VERHÄLTNIS MODERNE - KAPITALISMUS

Vgl.. dazu: Meinhard Creydt: Theorie gesellschaftlicher Müdigkeit. Frankf. M. 2000 (Campus.-Vlg.)

Zur Kurzvorstellung des Buches vgl. die auf der Netzseite enthaltenen Rezensionen.

Thema ist hier u. a. das Ergänzungsverhältnis zwischen dem Mangel der Linken einerseits, dem Mangel der hegemonialen Sozialwissenschaft andererseits, entweder ob der Kapitalismuskritik die Modernekritik zu verdrängen oder umgekehrt.

 

GESCHLECHTERVERHÄLTNIS
Zur Kritik feministischer Wirklichkeitskonstruktionen. (In: Hintergrund H. 1/2001, Jg. 14)

1. Zur Kritik der These von der Frau als Hauptopfer der gegenwärtigen Gesellschaft

a) ‚Doppelbelastung’ und ‚unbezahlte Hausarbeit’, b) Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegmentierung , c) ‚Ungleiche Bezahlung gleicher Arbeit’

2. Zum Geschlechterverhältnis im modernen Kapitalismus und in der modernen bürgerlichen Gesellschaft

3. Das Verschwinden des Patriarchats

4. Die Idealisierung der Frau in Mutterschaft, Zwischenmenschlichkeit und Familie

5. Gesellschaftsystemstabilisierende Beiträge des Feminismus

a) als Konkurrenzbewegung, b) als systematische Verwendung doppelter Maßstäbe, c) als affirmatives Moment der gegenwärtigen Sozialintegration

 

„GLOBALISIERUNG“

„Grenzen der Globalisierung. Kritik an der affirmativen und pseudokritischen Verwandlung des Weltmarktes in einen Popanz“ (in: Sozialismus 9/06)  und „Einschüchterung und Selbsteinschüchterung im Globalisierungsdiskurs. Zu den Konvergenzen der affirmativen und pseudokritischen Totalisierung des Weltmarkts und der Unterbestimmung des Nationalstaates“ (in: Forum Wissenschaft 4/06).

 

5) Analyse und Kritik zentraler Momente von Lebensweise und Kultur

Vgl. Theorie gesellschaftlicher Müdigkeit, S. 263-382

Artikel: Ästhetisierung und Ideologie, Narzissmus als Sozialcharakter, Die Medizin des Gesundheitswesens, Frauen als moralische Sieger, Warum Derrick so erfolgreich ist  u. a.

 

6) Politische Perspektiven

Probleme nichtsubalterner Basispolitik. (In: Grün-Links-Alternatives Netzwerk Ruhrgebiet (Hg.):’Grün-links-alternative Perspektiven für NRW ?!’ Dortmund 1999 und in: Andere Zeiten 6/99)

Arbeit als Perspektive. Argumente für einen kritischen und erweiterten Arbeitsbegriff. (In: Weg und Ziel 2/1999, Jg.57 Wien)