Gerechtigkeit in der modernen bürgerlichen Gesellschaft
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Gern legitimieren die Betroffenen ihren Protest dagegen, dass ihre Anliegen zu kurz kommen, indem sie „Ungerechtigkeit” anklagen und „Gerechtigkeit” einfordern.
Dieser Text analysiert, wie sie damit, ohne es zu wollen, ihren Gegnern eine gute Vorlage für Gegentore liefern.
Diskutiert werden die mit dem Gerechtigkeitsthema verbundenen ideologischen Auffassungen (1),
die problematischen Wirkungen der Rede von Gerechtigkeit (2)
sowie unsachgemäße Vorstellungen von der kapitalistischen Ökonomie, die bei denjenigen häufig anzutreffen sind, die diese Wirtschaft als ungerecht ansehen (3).
Es existieren verschiedene Sorten von Gerechtigkeit:
Verteilungs-, Leistungs-, Regel-, Chancen-, Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit.
Die „Chancengerechtigkeit” hat in Umfragen häufig die höchste Popularität und ist Thema im vierten Abschnitt.
Viele Freunde und Feinde des Sozialstaats sehen ihn als Fremdkörper in der modernen bürgerlichen Gesellschaft an.
Im Unterschied dazu steht ein Plädoyer für den Sozialstaat, das ihn als bürgerliche Solidarität auffasst und ihm mit seiner Begründung aus dem Geist personaler und freiheitlicher Lebensführung Grenzen setzt.
Der fünfte Teil widmet sich der Frage, warum die zur bürgerlichen Gesellschaft passende „Gleichheit” und „Gerechtigkeit” nicht der Maßstab einer grundlegenden Gesellschaftskritik sein können.
In Teil 6 sind unrealistische Hoffnungen in Bezug auf die Verarbeitung der Erfahrungen mit Ungleichheiten zwischen Lohnarbeit und Kapital das Thema.
Im letzten Teil geht es darum, über die zur bürgerlichen Gesellschaft passende Gerechtigkeit hinaus zu denken (7).


