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‘Statt des Besitzes erlernt man den Bezug’
(Rilke 1966, 820).

Eine kampfstarke Division jener massiv populären Klischees, die alle über die bürgerliche Gesellschaft hinaus weisenden Bestrebungen als naiv und wirklichkeitsfremd verbellen sollen und Diskussionen beendend die Grenzen des Pluralismus markieren, hat den vermeintlichen und wirklichen Egoismus zum Thema. Die einschlägigen Maximen lauten: „Jeder ist sich selbst der Nächste. Geben macht selig, nehmen macht reich. Niemand hat etwas zu verschenken. Der Schaden des einen ist der Nutzen des anderen. Private Laster schaffen öffentliche Vorteile.“ Ich kritisiere im folgenden eine den Egoismus verabsolutierende Fehldiagnose (1) und skizziere – diesseits allen Moralisierens – zu verortende Vorschläge zur Einhegung von Vorteilsnahme zulasten anderer (2). Es folgen Überlegungen dazu, wie das Privatinteresse als Resultat von untereinander divergenten und konfligierenden Bereichsinteressen unnötig werden kann (3) und warum Privatinteresse und -eigentum als System fragwürdig sind (4).

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