Mrz
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in: Kommune H. 1/1998

Luhmann findet unter Freunden der Metatheorie Aufmerksamkeit und Bewunderung und bestätigt bei Theorieallergikern das Vorurteil, so abgehoben müsse Denken jenseits der Spezialmaterie ausfallen. Einige luhmanneske Versatzstücke haben es bis in den Themenkreis gängiger politischer talking-pieces geschafft. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Aufmerksamkeit für Luhmann anläßlich seines 70. Geburtstages im Dezember. Allerdings mehren sich die Stimmen, die nach gründlichem begrifflichen Durchgang durch Luhmanns Werk zu Resultaten kommen, die an das Märchen vom Kaiser ohne Kleider erinnern (vgl. v. a. Barben 1995, Wagner/Zipprian 1992, Hörmann 1994, Graf 1993, Müller 1996, vgl. auch Künzler 1989, Ganßmann 1986, Berger 1988). Angesichts der reklamehaft als Komplexität ausgegebenen “planmäßigen Inkohärenz eines Gedankengangs, der aus begriffsgeschichtlichem Material, gescheiten Einsichten und griffigen Modernismen ein permanentes Sperrfeuer aufbaut, hinter dem die Probleme zunehmend ungreifbar werden” (Rüdiger Bubner 1983/499), unterscheide ich zwischen Design und Qualität. Was daherkommt, muß noch nicht gewichtig sein.

1 In der Sozialwissenschaft werden verschiedene Typen von Rationalität thematisiert. Neben der Zweck-Mittel-Rationalität bezieht sich die formale Rationalität auf Erfordernisse, die dadurch entstehen, daß lange (etwa juristisch normierte) Handlungsketten (etwa in der Verwaltung) zu (wenigstens prinzipiell) kalkulierbaren und reproduzierbaren Ergebnissen führen. Systemische Rationalitätskonzepte bilden eine dritte Stufe soziologischer Beschreibung moderner Gesellschaft - sowohl der mit ihr möglich werdenden Leistungsvorzüge als auch der Schwierigkeiten, auf Gesellschaft gestalterisch einzuwirken. Der Gegenstand von Konzepten systemischer Rationalität ist die Vernetzung verschiedener Handlungen und Zwecke. Es geht um positive und negative Rückkoppelungen, Effektübertragungsschwellen, Transfer- und Synergieeffekte, autokatalysatorische Verstärkungen oder Negativspiralen, Pufferzeiten und Toleranzbereiche der Systeme.

2 Bei allen Unterschieden zwischen Ökosystemkonzepten und Luhmanns auf die System-Umwelt-Differenz abhebender Systemtheorie (siehe Punkt 16) teilt Luhmann die Hypostasierung und Hypertrophierung der - in ihren Grenzen für die moderne Gesellschaft richtig diagnostizierten - Unabhängigkeit der (nun: sozialen) Systeme von menschlichen Fähigkeiten, Sinnen und Sensibilitäten. Verschlossen wird auch die Frage nach Organisationen und Institutionen, die ihren Output auch zur (Lebens-)Qualität der Arbeit für die Arbeitenden ins Verhältnis setzen. In den Maßstab ihres Gelingens würde nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische und eine die Lebensweise betreffende “Bilanz” eingehen. Luhmann kapriziert sich auf die Leistungen der organisatorischen Entkoppelung von Umwelten (und der Selbstreferenz ihnen gegenüber) und unterbestimmt deren menschliche und gesellschaftliche “Kosten”.

3 Luhmann radikalisiert eine soziologische Standardfigur: Die gegenüber dem unmittelbaren Wollen und Meinen zu analysierende Unabhängigkeit und Eigengesetzlichkeit “sozialer Tatsachen” gerät zur jeder (über die starr-flexible Sicherung des Status quo hinausgehenden) Gesellschaftsgestaltung vorgeordneten und sie räumlich einschränkenden Größe, statt zu einem in ihr zu berücksichtigenden, ihre Ergebnisse aber nicht präjudizierenden Moment der Gesellschaftsgestaltung selbst, das allerdings einen eigenen Aufwand zu seiner Bearbeitung erfordert. Schranken sind nicht notwendig Grenzen: Auch wenn das Fallgesetz gilt, können Menschen fliegen - aber eben mit Flugzeugen. Auch wenn das individuelle Leben endlich ist, folgt daraus heute nicht (wenigstens: nicht zwingend) die Perspektive, wie in früheren Zeiten das irdische Leben als hinzunehmendes Jammertal zu werten.

4 Luhmanns Gestaltungspessimismus ist realitätshaltig in bezug auf die gegenwärtig geringen Kräfte zur weitergehenden Gesellschaftsgestaltung, verschließt deren Denkbarkeit aber kategorial durch seine Charakterisierung von moderner Gesellschaft als eo ipso unmöglich gestaltbares “Objekt”. Luhmanns affirmativer Formmonismus findet Resonanz auch bei sich als links verstehenden Geistern. Beide Seiten verstellen schon kategorial die Unterscheidung (und “Kritik” kommt von unterscheiden) zwischen der Selbstreproduktion der sozialen Form- oder Strukturkontinuität und den für sie notwendigen, aber auch über sie hinausweisenden beziehungsweise sie potentiell überwindenden Kräften. Ihr Scheitern gerät - sei’s affirmativ, sei’s anklägerisch - zum Apriori. Die für jede weitergehende Gesellschaftsgestaltung notwendige Frage nach dem Doppelcharakter der Gesellschaft erscheint als Utopismus oder als Beschwichtigung.

5 Ich will mich hier nicht auf eine Diskussion der Probleme des Autopoiesis-Konzepts, der Frage nach seiner Relevanz in jenen Wissenschaften, aus denen es stammt (s. a. Wagner 1993/430 f.), seiner Übertragbarkeit auf Gesellschaftstheorie und den Bedeutungsabwandlungen in der spezifischen Variante Luhmanns einlassen und auch nicht auf die Diskussion der Unterschiede zwischen Autopoiesis und Selbstorganisation, Selbstreferenz oder Selbsterhaltung (vgl. Bühl 1987/222, vgl. Lipp 1987). Festzuhalten ist hier die populär-ökologistische Suggestion, die sich auch bei Luhmann mit “Autopoiesis” verbindet, und die spontane Evidenz eines einfachen Gegensatzes zwischen Autopoiesis als ausschließlicher Binnendetermination zu einer ebenso exklusiven “Außensteuerung” oder “Außenerklärung” (vgl. auch Bühl 1987/228). Bei Ökosystemen, so Luhmann (1986/20), habe sich inzwischen herumgesprochen, wie wenig sie mit “Interventionsforderungen” zu “überziehen” seien, bei sozialen Systemen hingegen nicht, werde “die eigene Gesellschaft” doch “heftigster Kritik ausgesetzt…, so, als ob sie kein System wäre”.

6 Luhmann sieht die Leistung sozialer Systeme in der Etablierung von (gegenüber der Entropie der Umwelt[en]) verdichteten Zonen von Kommunikation, Resonanz, Erreichbarkeit. Luhmann vermeidet dabei nicht ebenso implizite wie um Plausibilität heischende Rückgriffe auf traditionelle Legitimationen von Ordnung allgemein - gegenüber dem Chaos. Jede besondere Analyse bestimmter Kommunikationen wird von ihm auf den Respekt vor den notwendigen Bedingungen der Möglichkeit von Kommunikation überhaupt verteidigt. Das Funktionierende wird nicht auf Zwecke bezogen, die ihm nicht zuletzt auch ein Kriterium setzen könnten, an dem es zu messen wäre. Umgekehrt haben sich vielmehr alle Zwecke daran zu relativieren, daß soziale Systeme überhaupt existieren, allererst sich vernetzen können und so fort. Für Luhmann ist “die Rationalität nicht in irgendwelchen Effizienzkriterien oder Optimierungen zu suchen, sondern in der Robustheit: in der Fähigkeit, fremde und eigene Irrtümer zu überstehen” (Luhmann 1988/122). Luhmanns Konservatismus bezieht sich nicht auf bestimmte Werte, Bräuche und Sitten, sondern kulminiert neokonservativ formalisiert in der These, jedwede soziale Realität könne nur als System und mit dessen Operationsmodi überleben.

7 Probleme liegen erstens im kommunikationstheoretischen Weichspülen und Übergehen nichtkommunikativer Systemstrukturen, wenn “soziale Strukturen nichts anderes als Erwartungsstrukturen” sein sollen (Luhmann 1984/397). Zweitens zieht Luhmann die verschiedensten Phänomene zusammen, die das Funktionieren systemischer Kommunikation veranschaulichen sollen - etwa die Geschwindigkeitssteigerung der Kommunikation durch Informations- und Kommunikationstechnologien, die “effiziente” (weil keine größeren Massen in Beurteilung verwickelnde) Kommunikation in machthabenden “inner circles” von Organisationen, die Steigerung von Kommunikation in Städten, die Abarbeitung von Informationen in Organisationen - all dies wird als Erleichterung von Kommunikation amalgamiert.

8 Luhmann unterbestimmt drittens die “Kosten” einer in Anschlußfähigkeit, Schnelligkeit und Wendigkeit ihr Maß findenden (inkrementalistischen) Kommunikation. Die Schnelligkeit der Schlauen, die flinke Bewerkstelligung “anschlußfähiger Kommunikation”, die Flexibilität der Wendigen, die Lässigkeit der Begegnungen, die Findigkeit des inkrementalistischen Sich-Durchwurstelns, die Adhocracy - all dies imponiert Luhmann. In der Gymnastik von knochenlosen Geschöpfen besteht seine Utopie, die sich vom Festgefahrenen und Stagnierenden nur durch eine einfache Entgegensetzung unterscheidet. Wie so oft: Statt Fug und Unfug zu unterscheiden, wartet Luhmann mit der Gegentour auf.

9 Luhmann nimmt die gegenüber anderen Gesellschaftsformen imponierende Leichtgängigkeit der Systeme (bei allen Friktionen) als Erfahrungshintergrund auf, ohne die besonderen Gründe der sich reproduzierenden System- oder der Sozialintegration zu theoretisieren. Gewiß macht etwa der Autoverkehr Sinn - aber nur unter den Bedingungen eines schlechten ÖPNV-Netzes, der gegenwärtigen sozialen Raumstruktur, einer besitzindividualistisch-libidinösen Besetzung des Autos auch als Spielzeug und Statussymbol, der am Auto hängenden Arbeitsplatzinteressen et cetera. Luhmann setzt beim Ineinandergreifen der verschiedenen Gründe, Notwendigkeiten und Rückkoppelungen resultativ an, bei der Selbstreproduktion der aus ihnen zusammengesetzten Systeme als Tatsache. Sie gerät ihm zur voraussetzungslosen Voraussetzung einer Theorie systemischer Selbstreproduktion, die jenseits und getrennt von den besonderen Gründen allgemein nach Bedingungen der Systemerhaltung fragt und dabei eher Formalismen und nichts austragende Klügeleien als sachhaltige Aussagen erreicht.

10 Ein theorieinterner Hintergrund ist die metaphysische Frage nach der Natur des (modernen) Sozialen überhaupt, jenseits aller sozialen Kräfteprofile, Abstände zwischen den Akteuren, Fähigkeits- und Interessenverknüpfungen und -dissoziationen, der Gegensätze, Indifferenzen und extrinsischen Bezüge und der sich daraus ergebenden (bzw. in diesen Momenten reproduzierenden) gesellschaftlichen Strukturen. Dieser Verflachung durch Tiefe korrespondiert die theoretische, wenn auch nicht politische Uninteressiertheit, wo Luhmann sich zu konkreten Sachverhalten äußert (etwa dem von ihm zum “Wohlfahrtsstaat” stilisierten Sozialstaat (vgl. Luhmann 1981, vgl. die Kritik von Kostede 1982), zur Ökonomie (vgl. die Kritik von Mattfeld 1974 und Nahamowitz 1988) oder zum Gesundheitswesen (vgl. Luhmann 1983, vgl. zur Kritik: Hildebrand, in: Hörmann 1994). Die banalen bis schlicht falschen Ergebnisse hier lassen manchen Beobachtern Luhmanns metatheoretische Anstrengungen als aufwendige Originalitätssucht erscheinen oder als Distinktionsstrategie, mit einem Overkill an Überbietungseffekten aufzuwarten. Das Resultat: Mehr Terminologie als Wissen.

11 Luhmanns Soziologie des Risikos (1991) wiederholt die schon bei seiner Rede von “Komplexität” notorische (völlig “alteuropäische”) Argumentationsfigur: Übergipfelung “normaler” Probleme durch ein “Superproblem” (Komplexität und ihre Bewältigung) und Angst- und Enttäuschungsreduktion durch die Umlenkung der Gefühle angesichts der “kleinen” Probleme auf das “große” Problem. Die sozialintegrative Angst vor den (ob der erscheinenden Komplexität auch noch unüberschaubaren) Veränderungsfolgen (Desorganisationsschock) als Akzeptanzmotiv für das Bestehende macht einen Resonanzboden auch der Luhmannschen Theorie aus.

12 Sein weiter Risikobegriff erlaubt Luhmann, die gegenwärtigen ökologischen Risiken zu entspezifizieren und sie als Sonderfall der Ungewißheit von Entscheidungen überhaupt zu besprechen. Aufforderungen zu Gelassenheit und Unaufgeregtheit (vgl. Luhmann 1986/21) erscheinen dann sehr “anschlußfähig”. “Angstkommunikation” mutet als - verglichen mit den Themen der Friedens- und Ökologiebewegung - größere Gefahr an, würde sie doch die Systeme unter zu großen Streß setzen (vgl. Luhmann 1986/220) - eine weniger von “Beobachtung” als von politischen Vorurteilen geleitete “Realitätswahrnehmung” (vgl. zu Luhmanns Blick auf die “neuen sozialen Bewegungen”: Roth/Rucht 1992).

13 Seine Soziologie des Risikos desavouiert Luhmann als Theoretiker. Er erweist sich in ihr - wie in anderen vergleichsweise konkreten Einlassungen (zum “Wohlfahrtsstaat” und zum Gesundheitswesen) auch - als politischer Propagandist (gegen die “Kostenspirale” im Gesundheitswesen und die Anspruchsinflation im Wohlfahrtsstaat - unterkomplexer geht es dann auch bei Luhmann nicht mehr), der nach dem Motto “Wer schützt uns vor den Umweltschützern” die (für ihn nur möglichen) ökologischen Schäden durch die ihn umtreibenden aktuell wirklichen “Aufregungsschäden” überboten sieht.

14 Luhmann übertreibt die - in ihren Grenzen gegenüber jedem Utopismus und Reduktionismus analytisch relevante - Komplexität. Sie gerät ihm zu einer monolithischen und nicht selbst konkret theoretisierbaren Größe, die jedweder Gesellschaftsgestaltung den Raum nimmt. Luhmanns Theorie lebt vom Vergleich der Komplexität mit einer naiven Perspektive von spontanem Durchblick und spontaner Evidenz und von der ausschließlichen Dichotomisierung des Feldes in diese beiden Blickrichtungen. Luhmann spielt den Zusammenhang gegen das Besondere, das System gegen seine Momente aus. “Verlangt eine teilweise Reform und sie halten euch die Verkettung und die Wechselwirkung der Gesamtorganisation entgegen. Verlangt die Umwälzung der Gesamtorganisation, und ihr seid destruktiv, revolutionär, gewissenlos, utopisch und übergeht die partiellen Reformen. Also Resultat: laßt alles beim alten” (MEW 5/ 423).

15 Eine neuere Variante des damit verbundenen Agnostizismus stellt die Aufmerksamkeit für den “blinden Fleck” dar. Luhmann radikalisiert sie zu Aussagen wie der, daß der immer durch seine Perspektive notwendig bornierte “Beobachter nicht sehen kann, daß er nicht sehen kann, was er nicht sehen kann” (Luhmann 1987/38), mit der Folge, daß es “nur Ratten im Labyrinth, die einander beobachten” gibt, welche “nie aber zu Konsens kommen” können. Entsprechend ist auch “die Theorie, die dies beschreibt, eine Rattentheorie” (Luhmann 1987/6). [1] Die politische Konsequenz ist gravierend: “Durch die Artikulation von generalisiertem Nichtwissen als unhintergehbare Grundbedingung allen Erkennens, Entscheidens und Handelns wird nun das in der Risikokommunikation verwandte Wissen generell desartikuliert - mit der Konsequenz, daß im Rekurs auf Wissen weder Konflikte beurteilt oder entschieden, noch daß daraus politische Optionen abgeleitet werden können” (Barben 1995/275). Durch die Abkoppelung von Wissen und Verantwortung voneinander arbeitet Luhmanns Votum für eine “Ökologie des Nichtwissens” (Luhmann 1992/149-220) und eine Politik des Nicht-Entscheidens “vor allem der Seite zu, die handelt oder handeln muß, ohne zu wissen, was genau sie tut und mit welchen Konsequenzen” (Barben 1995/282). Probleme, die gewiß einen eigenen Aufwand zur Bearbeitung erfordern, werden derart prinzipialisiert, daß die Arbeit an ihnen einzig als Naivität gelten kann.

16 Deskriptive Stärke zeigt Luhmann, wo er auf die Umwandlung von Anliegen aus der Umwelt in den Systemen eingeht: “Problemverkleinerung”, Entscheidung über “Problemsurrogate” und “Substitutionsprobleme für unlösbare Probleme” (1973/312, 315 f., 319). Die System-Umwelt-Differenz bedeutet Filtrierung gegenüber der Umwelt, “Zufuhr” von Lebensstoff für die Systeme und deren produktive Irritation, im Unterschied zu (gegenüber Optimierungsimperativen pflichtwidriger) Selbstgenügsamkeit. Luhmann sieht nicht die Existenz von Systemen als Selbstzweck an - ein diesbezüglicher Konservatismusvorwurf zielte ins Leere. Vielmehr geht es ihm um die Differenz zwischen System und Umwelt. Nicht durch Systeme organisiert bearbeitete und nach deren Kriterien “konkretisierte” Impulse und Wünsche prallen an den Systemen ab, wenn sie sich nicht auf deren Konkretisierungsbedingungen einlassen. Was als systembezogene Operationalisierung legitimiert erscheint, erweist sich allzuoft als Verkehrung von Anliegen gegenüber den Systemen zum Material ihrer Selbstreproduktion. Zugleich “bewähren” Systeme nur ihre Daseinsberechtigung durch die Offenheit für alle möglichen Impulse aus ihrer Umwelt, durch ihre eigene weltoffene Existenz. Die Systeme müssen sich als flexibel genug herausstellen, möglichst viel Umwelt nach ihren Maßgaben zuzulassen und zu verarbeiten. Jeder Dogmatismus schadet da nur. Die Inhalte sind in die Formen der Verarbeitung gerutscht, die als zweifelsfreie notwendige Bedingung der Existenz moderner Gesellschaft erscheint, die die konkreten Entscheidungen eben bedingt, aber nicht präjudiziere - die alltägliche Rede von unabdingbaren “Spielregeln” artikuliert diese Verkehrung. Die erscheinende Selbstgenügsamkeit der Systeme wird wiederum daran erinnert, daß der Burg auch von innen das Wasser ausgehen kann. Systeme brauchen Komplexität, um sich an deren Verkleinerung zu bewähren und sich zugleich sozusagen mit Leben zu versorgen - die Umwelt braucht Systeme, um sich überhaupt bestimmt zu artikulieren und nicht in Diffusität zu verharren.

17 Luhmanns Interesse für die Strategien von Systemen in turbulenten Umwelten formuliert verklausuliert-ansprüchelnd einfache Befunde aus der organisationssoziologischen Aufmerksamkeit, zum Beispiel für den Unterschied zwischen (auf Knappheit bezogener) Effizienz und (auf Unsicherheit bezogener) Effektivität. Unter den Bedingungen von nicht vorhersehbaren Überraschungen bedeutet “Effektivität” gerade, nicht genau bestimmbare Reserven und eigene organisatorische Kapazitäten vorzuhalten. Rationalisierung durch Gewährleistung von Effektivität und Rationalisierung der Gewährleistung konfligieren: Zwar lassen sich (just in time) Lager abbauen. Wenn die LKWs dann aber im Stau steckenbleiben, führt dies zu einer self-defeating strategy.

18 Mit “Autopoiesis” radikalisiert Luhmann seine Parteinahme für die Flexibilisierung, die Dynamisierung und das Auflöse- und Rekombinationsvermögen von Organisationen. Es geht um “die Möglichkeit des Ausprobierens immer neuer Kombinationen, ja immer neuer Unterscheidungen” (Luhmann 1992/22). “Gegen die natürliche Tendenz zur Sinnverdichtung” sollen Systeme “künstlich offengehalten werden” (Luhmann 1972/160). Außer- und innerhalb der Systeme soll nichts vor ihrer Optimierung sicher sein und als ihnen gegenüber heteronom gelten - so Luhmanns Utopie. Nicht mehr die Erpressung der “Umwelten” mit der Operationalisierung in Systemen steht im Vordergrund. Vielmehr werden die Systeme jetzt selbst unter Streß gesetzt. Alle Momente des Systems sollen als variabel gelten. Der Vorrang der Differenz von Differenz und Einheit heißt dann praktisch, die Prüfung aller Systemmomente daraufhin vorzunehmen, ob sie nicht selbst Umwelt, Systemexternes darstellen - im System. Aufgaben werden in Firmen darauf geprüft, inwieweit sie besser fremd vergeben werden und so fort.

19 Luhmann thematisiert damit reale Tendenzen und historische Veränderungen (schlanke Produktion und Verwaltung, Globalisierung, “Informationalisierung” der Gesellschaft), vor deren Hintergrund der formalisierende und entspezifizierende Charakter seiner Theorie deutlich wird. Zur leichtgängigeren Kommunikation und zur schnelleren Autopoiesis wird von Luhmann stilisiert, was realiter andere Zwecke und Folgen aufweist: Arbeitsintensivierung, Lohnkosteneinsparung, Deregulierung, Konkurrenz um knappe Märkte, Produktdiversifizierung, Überforderung von Individuen durch Flexibilität. Karoshi läßt grüßen.

20 Luhmann versteht funktionale Differenzierung als das Charakteristikum moderner Gesellschaften (vgl. zur Darstellung und Kritik meinen Aufsatz in der Kommune 12/96) und unterbestimmt damit Konflikte in den Systemen, zwischen “oben” und “unten”, zwischenstaatliche Konflikte, ökonomische Konkurrenz oder Konflikte zwischen Peripherie und Zentrum. Die behauptete Gleichrangigkeit der verschiedenen Systeme dethematisiert die besondere Stellung der kapitalistischen Ökonomie. Die funktionale Spezialisierung unterbestimmt teilbereichsübergreifende und -fremde Strukturen. Die Erklärung des Wachstums (aus der Unterstellung homologer Steigerungsmotive für alle Systeme) übergeht dessen selektiven Charakter.

21 Die Theorie funktionaler Differenzierung sowie der Reduktionismus bleiben füreinander Wunschgegner. Beide versagen vor der Aufgabe, die verschiedenen gesellschaftlichen Sphären als eigenständige und zusammenhängende, in ihrem Aufbauen aufeinander sich gegeneinander reflektierende zu analysieren. Integration und Differenzierung werden nicht miteinander material vermittelt, sondern gegeneinander ausgespielt. Integration gerät dann zum Reduktionismus, Differenzierung zur Aggregation.

Luhmann hypostasiert und überzieht den Perspektivismus, der ein Problem der Gesellschaftsgestaltung ist, zu dem gegenwärtigen Problem, da er die verschiedenen Bereiche in seiner formalisierenden Theorie nicht material einander beziehungsweise einer (in sich differenzierten) materialen gesellschaftlichen Aufbauordnung zuzuordnen weiß. Insofern Luhmann das gemeinsame In-der-Welt-Sein der Systeme und Akteure materialiter unterbestimmt, kann er Foci einer Rekonkretisierung von Gesellschaft, einer Annäherung und Verständigung zwischen voneinander geschiedenen Sphären in der Bearbeitung gemeinsamer Probleme (Ökologie, Gesundheit, Lebensqualität, Leiden an der eigenen Vereinseitigung) nicht einmal als Möglichkeit diskutieren. Funktionale Differenzierung bleibt so die einfache Negation der Einerleiheit, als ob man an Einheit verlieren müßte, was man an Differenzierung gewönne (und vice versa). Die Theorie funktionaler Differenzierung markiert die Grenze der Offenheit, die Luhmann zuläßt. Luhmann zeigt durchgängig in seiner Theorie ein seltsames Mißverhältnis zwischen der detachiert-einverstandenen “coolen” Skizze der vermeintlichen Robustheit von (idealiter) alles sich assimilierenden Systemen einerseits - “Abklärung der Aufklärung” eben (Luhmann 1972/66) - und den Panikattacken und den Weltuntergangsaffekten bei Kritik an funktionaler Differenzierung andererseits.

22 Die “Autonomie” der Systeme teilt die “alteuropäische” Problematik einer Ambivalenz, in der die Anpassung an die dem Willenssubjekt entgegenstehenden Objektivität(en) einerseits, deren gewitzte (und sei es auch nur eingebildete) Instrumentalisierung im Dienst des Subjekts andererseits, ineinander übergehen. “Freiheit” und “Autonomie” werden in dem Maße aussageschwach, wie noch an jeder Abhängigkeit ein Interesse des Unterworfenen geltend gemacht werden kann und die Unterwerfung (und sei es zur Vermeidung von Schlimmerem) als Aktion zur Wahrung von Autonomie gelten kann.

23 Luhmann bemerkt sorgenvoll, wie die von ihm bewunderte Steigerung des Auflöse- und Rekombinationspotentials ungleichgewichtig zu”gunsten” des ersteren erfolgt (vgl. z. B. Luhmann 1984/643 f.). Der Motorstärke des Systems entsprechen die Bremsen nicht. Die Rückbetroffenheit und Gefährdung der Systeme von den von ihnen ausgelösten Folgen verhandelt Luhmann in den Grenzen:

a) (s)einer Integrationstheorie: Das Interesse an der Vermeidung der (Selbst-)Vernichtung der Systeme blendet deren unter dieser Schwelle verbleibende Charakteristika und Folgen aus. Uninteressiert zeigt sich Luhmann dafür, wie die extrinsischen Bezüge auf die Arbeiten und Kunden, die Abstände, Indifferenzen und Gegensätze zwischen Produzenten einerseits, Konsumenten und Betroffenen andererseits, eine eigene Dynamik eines selbstreferentiell sich gegen die Individuen verselbständigenden abstrakten Reichtums in Gang setzen;

b) der Theorie funktionaler Differenzierung (inklusive des für sie charakteristischen Perspektivismus).

Luhmann laboriert münchhausiadisch am Problem, auf der Grundlage der ungesellschaftlichen Gesellschaftlichkeit und des System-”Egoismus”, die aus ihnen notwendig folgenden oder ohne ihre Bearbeitung nicht bearbeitbaren Probleme bewegen zu wollen.

24 Luhmanns Lösungen dieses Problems laufen hinaus:

a) auf eine Selbstflexibilisierung der Systeme, die ihr Gegenüber und sich selbst gleichermaßen berücksichtigen können sollen. Die Entmaterialisierung der Systeme (siehe Punkt 7) wird auf die Spitze getrieben - coincidentia oppositorum;

b) auf die Perspektive, das Luhmannsche Verständnis den Systemen als Selbst- und Weltverständnis zuzuschreiben. Diese Lösung vergißt das Problem: Selbstreferenz und Perspektivismus der Systeme.

Luhmanns utopischer Ausweg, aus der Entwicklung seiner Systemtheorie eine Umwälzung des existierenden Wirklichkeitsverständnisses zu erwarten, hinter die dann auch keine Wirklichkeit zurückfallen kann, [2] stellt eine Übersprungshandlung vor dem Hintergrund maximaler Verlegenheit dar. Für sie muß er alles über Bord werfen, was er vorher theoretisch aufgebaut hatte: die systemische Selbstreferenz, den Perspektivismus und den Horror vor der nicht durchschaubaren Komplexität. All dies soll nun keine Rolle mehr spielen. Haben sie erst einmal ihren Luhmann begriffen, geht es wie ein Heureka durch die Reihen der Wirtschafts- und Politiksubjekte. An die Stelle der Analyse der Wirklichkeit tritt das Wirklichwerden der Theorie, eine Rettung aus dem Geist, mit all den narzißtischen Prämien, die sie denen abzuwerfen verspricht, die sich gern als seine Stellvertreter auf Erden dünken. Natürlich glaubt Luhmann nicht ernsthaft daran. Aber sein Tagtraum ist die Folie, auf der negativ die Gegenwart als Ausdruck weltlicher Beschränktheit verstanden werden kann oder gleich aus kosmischer Distanz heraus als kurze Episode in der Evolution (vgl. Luhmann 1992/149) gelten und den Stoff abgeben mag, der großen Geistern nur detachiert-mokantes Interesse abverlangt. Um gesellschaftlich zu bearbeitende Probleme geht es dann nicht mehr.

25 Die theoretischen Verlegenheiten, in die sich Luhmann manövriert, werden durch seine metatheoretischen Überlegungen zum Verhältnis von Einheit und Differenz nicht nur nicht weiter geklärt, sondern eher noch zusätzlich verdunkelt (vgl. dazu kritisch u. a. Wagner/Ziprian 1992). Ich will hier nicht beurteilen müssen, inwieweit Luhmanns “Überstieg” über “die Identitätsphilosophie”, den er wie eine Monstranz vor sich herträgt, die nur in neuen Jargon gekleidete Wiederholung des vermeintlich Verabschiedeten darstellt, oder ob Luhmann sich schlicht versteigt, also in der Höhe höher hinaus will, als er es in der Breite seiner theoretischen Konstruktion zu fundieren vermag. Manche sprechen von “hermeneutischer Kreativität in der Umdeutung und Vernebelung von Begriffen”, die nur “derjenige für fruchtbar halten wird, der schillernde Verbalmagie mit philosophischer Tiefe verwechselt” (Ropohl 1978/83). Andere beziehen den Effekt, den Luhmann macht, auf den “paradigmenunsicheren” Stand weiter Teile der Geistes- und Sozialwissenschaften. “Das weithin bestätigte heuristische Potential und die hohe Anfangsplausibilität, die dem systemtheoretischen Vokabular Luhmanns Einfluß auch in der Bildungssprache verschafft, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Zustand des Begriffsreservoirs und damit die gebotenen Überprüfungsverfahren auch ,weichen` methodologischen Standards nicht genügen” (Siegwart 1996/192).

Anmerkungen:

[1] Breuer verweist auf eine nicht sonderlich aufwendige Beobachtungsleistung, derzufolge “die Behauptung von der kognitiven Unzugänglichkeit der Umwelt” als “übertrieben” erscheinen und darauf rekuriert werden könne, sie habe die Menschheit “immerhin nicht daran gehindert, nahezu sämtliche verfügbaren Ressourcen des Erdballs anzuzapfen und inzwischen bis in die Erbsubstanz der lebenden Zelle vorzudringen”. Vor diesem Hintergrund könne doch “die Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung von Erwartung und Umwelt nicht als bloßer Zufall abgetan werden. Ohne ein Moment von Korrespondenz wäre der Erfolg der exakten Wissenschaften, ihr Sieg über die Magie, nicht zu begreifen, wäre auch die Wahrheitskommunikation nicht von anderer anschlußfähiger Kommunikation zu unterscheiden” (Breuer 1990).

[2] Luhmann zufolge habe sich das politische System mit der französischen Revolution geändert, “weil die Konzeption der ,societas civilis` durch die Unterscheidung von Staat und Gesellschaft ersetzt worden ist. In entsprechendem Sinne ist das Wirtschaftssystem vor Adam Smith nicht das gleiche wie nach Adam Smith, vor Keynes nicht das gleiche wie nach Keynes, weil jeweils Selbstsimplifikations- und Reflexionsprozesse anders geführt werden; und wiederum, ganz abgesehen davon, welche maßnahmetechnischen Auswirkungen dies hatte” (Luhmann /Schorr 1979/339). Man fühlt sich an die Emphase schlechter Hegelianer erinnert, für die gilt: “Ist erst einmal das Reich der Vorstellungen revolutioniert, so hält die Wirklichkeit nicht stand” (Hegel, in einem Brief an Niethammer, 1969, Bd. 1/253). Vgl. auch Mayntz’ Zweifel an der zentralen Bedeutung, die “Definitionsprozesse, das heißt Veränderungen im Bereich gesellschaftlicher Semantik”, in Luhmanns historischen Einlassungen einnehmen, “ob sie tatsächlich sozialstrukturelle Differenzierung … begründen oder diese doch nicht nur einfach nachzeichnen, also eher ein Epiphänomen statt Triebkraft der Entwicklung sind” (Mayntz 1995/142 f.).

Die Gesellschaft der Gesellschaft

“Mein Projekt lautete damals und seitdem: Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine.” Die Laufzeit hätte er realistisch eingeschätzt, meint Niklas Luhmann im Vorwort zu seinem jüngsten Buch, mit dem er sein Projekt eingelöst zu haben glaubt. Er erinnert an die seinerzeitige “Habermas-Luhmann-Debatte”: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie: Was leistet die Systemforschung? “Die Ironie dieses Titels lag darin, daß keiner der Autoren sich für Sozialtechnologie stark machen wollte, aber Meinungsverschiedenheiten darüber bestanden, wie eine Theorie der Gesellschaft auszusehen habe; und es hat symptomatische Bedeutung, daß der Platz einer Theorie der Gesellschaft in der öffentlichen Wahrnehmung zunächst nicht durch eine Theorie, sondern durch eine Kontroverse eingenommen wurde.” Das “zunächst” klingt wie eine Siegesfanfare der Systemtheorie: “Wenn die Kommunikation einer Gesellschaftstheorie als Kommunikation gelingt, verändert sie die Beschreibung ihres Gegenstandes und damit den diese Beschreibung aufnehmenden Gegenstand. Um das von vornherein im Blick zu halten, heißt der Titel dieses Buches ,Die Gesellschaft der Gesellschaft`.” Auf die Erinnerung an die frühe Kontroverse gibt es ein spätes Echo gegen Ende des Buches: Jeder Beschreiber der Gesellschaft müsse in die Beschreibung einbeziehen, daß andere Beschreiber anders beschreiben: “Das mag dann, bei avancierten Versuchen, dazu führen, daß in die Beschreibungen sie selbst transzendierende Momente aufgenommen werden, oder anders gesagt: daß ihre Sinnhaftigkeit als Selektivität mitkommuniziert wird. Und es führt, da all dies registriert wird als in der Gesellschaft stattfindend, auch dazu, daß die Gesellschaft als selbstmodifikationsfähige Einheit begriffen werden muß.”

Es sieht so aus, als glaubte Luhmann, er habe die Moderne erst eröffnet.

Literatur:

Barben, Daniel (1995): Theorietechnik und Politik bei N. Luhmann, Diss., Potsdam

Berger, Johannes (1987): Autopoiesis: Wie “systemisch” ist die Theorie sozialer Systeme?; in: Haferkamp, Schmid (Hg.)

Breuer, Stefan (1987): Adorno, Luhmann. Konvergenzen und Divergenzen von kritischer Theorie und Systemtheorie; in: Leviathan, S. 97 ff.

Breuer, Stefan: Der Kuß der Spinnenfrau. Luhmannrezension in: FAZ

Bubner, Rüdiger 1981: Ist eine transzendentale Begründung der Gesellschaft möglich?; in: Henrich, Dieter (Hg.) (1983): Kant oder Hegel. Stuttgarter Hegel-Kongreß 1981, Stuttgart

Bühl, Walter L. (1987): Grenzen der Autopoiesis; in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, H. 2.

Hörmann, Georg (Hg.) (1994): Im System gefangen - Zur Kritik systemischer Konzepte in den Sozialwissenschaften, Münster

Ganßmann, Heiner (1986): Kommunikation und Reproduktion; in: Leviathan, H. 1, S. 143 ff.

Graf, Ralph (1993): Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?; in: Kommune, H. 7

Kostede, Norbert (1982): Luhmann im Wohlfahrtsstaat; in: Das Argument, H. 132

Künzler, Jan (1989): Medienkonzepte und Gesellschaft. Die Medienkonzepte von T. Parsons, J. Habermas und N. Luhmann, Stuttgart

Lipp, Wolfgang (1987): Autopoiesis biologisch, Autopoiesis soziologisch; in: KZfSS, Jg. 39

Luhmann, Niklas (1972): Soziologische Aufklärung Bd. 1, Opladen; ders. (1973): Zweckbegriff und Systemrationalität, Frankfurt/M. (Tübingen 1968); ders. (1981): Politische Theorie im Wohlfahrtsstaat, München; ders. (1983): Anspruchsinflation im Krankheitssystem. Eine Stellungnahme aus gesellschaftstheoretischer Sicht; in: Herder- Dorneich, Philipp; Schuller, Alexander (Hg.): Die Anspruchsspirale, Stuttgart; ders. (1984): Soziale Systeme, Frankfurt/M.; ders. (1986): Ökologische Kommunikation, Opladen; ders. (1987): Archimedes und wir, Berlin; ders. (1988): Die Wirtschaft der Gesellschaft, Frankfurt/M.; ders. (1992): Beobachtungen der Moderne, Opladen

Mattfeld, H. (1974): Einige Beobachtungen zur Bedeutung des systemtheoretischen Ansatzes von Luhmann für die Nationalökonomie; in: Jahrbuch für Sozialwissenschaft

Mayntz, Renate (1995): Zum Status der Theorie sozialer Differenzierung als Theorie sozialen Wandels; in: Müller, H.- P., Schmid, M. (Hg.): Sozialer Wandel: Modellbildung und theoretische Ansätze, Frankfurt/M.

Nahamowitz, P. (1988): Autopoiesis oder ökonomischer Staatsinterventionismus?; in: Zeitschrift für Rechtssoziologie, H. 1

Müller, Klaus (1996): Allgemeine Systemtheorie - Geschichte, Methodologie und sozialwissenschaftliche Heuristik eines Wissenschaftsprogramms, Opladen

Ropohl, G. (1978): Einführung in die allgemeine Systemtheorie; in: Lenk, H., Ropohl, G. (Hg.): Systemtheorie als Wissenschaftsprogramm, Königstein

Roth, Roland; Rucht, Dieter (1992): “Über den Wolken…” Niklas Luhmanns Sicht auf soziale Bewegungen; in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, H. 2

Siegwart, G. (1996): Artikel Systemtheorie; in: J. Mittelstraß (Hg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, Stuttgart 1996, Bd. 4

Wagner, Gerhard (1993): Gesellschaftstheorie als politische Theologie?, Berlin

Ders.; Zipprian, Heinz (1992): Identität oder Differenz?; in: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 21, H. 6